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Team June14

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Was ist ein Raum? Was ist ein Zimmer? Was ist ein Haus, was Nähe, Intimität, das Private? Wie verändert sich ein Gebäude mit dem Leben, das Wohnen mit dem Menschen? Wie geht das, Bauen für eine Zeit, die sich ihrer selbst nicht mehr sicher ist?

Es sind die grundlegenden Fragen, die June14 stellt – weil wir Denken und Bauen als zwei Teile des gleichen Prozesses begreifen: Wer bin ich? Und wer sind wir? Diese ewigen, immer schweren Fragen stehen im Mittelpunkt unseres architektonischen Wirkens.

Die soziale Dimension des Bauens ist etwas, das reduziert wurde, wie so vieles, auf die rein ökonomische Kategorie des sozialen Wohnungsbaus – aber was ist Gemeinschaft, was ist gemeinschaftliches Wohnen, wie kann man sich rasch ändernde Biographien, mäandernde Lebensläufe, Trennungen, neu zusammen gesetzte Familien, Singles, Paare, die verschiedenen Generationen so denken, dass aus den einzelnen und je unterschiedlichen Fragen etwas Neues in Form, Inhalt, Gestalt entsteht?

Wir nehmen die Bestandteile dessen, was Wohnen, Arbeiten, Leben heißt – und fügen sie neu zusammen. Das Haus ist im Wesentlichen eine Hülle der Vergangenheit geblieben, gemacht nach Kriterien einer Gesellschaft, die nicht die unsere war, für Bedürfnisse, die nicht die unseren sind, mit einer Starrheit, nach innen und nach außen, in den Materialien und im Materiellen, die nicht mehr in unsere unsichere Zeit passen.

Es gibt keine Krise der Architektur, aber es gibt eine Architektur der Krise – und die ist offen für Lösungen, die aus den Wünschen und dem Wesen der Bewohner entstehen. Die Moderne ist den umgekehrten Weg gegangen, sie hat sich einen Menschen erfinden wollen, der ihren ästhetischen Regeln entspricht. Die Postmoderne ist der Meinung gewesen, dass es keine ästhetischen Regeln gibt, nur eine ästhetische Praxis, und hat dabei den Alltag vergessen. In unserer Zeit ist der Alltag der Ausgangspunkt für alles Überlegen, wie wir leben wollen, weil sich die Unterscheidung zwischen Arbeit und Familie, zwischen Drinnen und Draußen als obsolet erwiesen hat. Was bleibt, ist die eine Zeit, die wir gestalten wollen.

Wir setzen also ganz unmittelbar dort an, wo alles Bauen beginnen sollte – bei der Frage nach dem Menschen. Ideologiefrei, pragmatisch, entspannt, aber mit dem dringenden Bedürfnis, für die Brüche und Sprünge und Unebenheiten des Heutigen eine Entsprechung zu finden. Das Individuum rückt wieder in den Mittelpunkt, nur ist es nicht heil, es ist auch nicht heilig, es ist mehr eine Frage als eine Antwort – unsere Architektur ist eine Umsetzung dieser Erkenntnis.

June14, das sind Johanna Meyer-Grohbrügge und Sam Chermayeff. Die Deutsche und der Amerikaner haben sich in Tokio kennengelernt, wo sie von 2005 bis 2010 im Büro von SANAA arbeiteten. Die beiden Partner haben Erfahrung mit Projekten verschiedener Größe, von kleinen Gärten und Möbeln bis zu großen Bürogebäuden. Sie unterrichten an verschiedenen Hochschule, bisher unter anderem an der Graduate School of Urban Planning and Preservation der Columbia University New York und der Northeastern University Boston / Berlin und Workshops an der Strelka School und der ETH Zürich. Im Moment unterrichten sie am DIA Dessau.

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