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Wettbewerb

Team OFFSEA


Planungsteam

Team Offsea

OFFSEA office for socially engaged architecture, Berlin

Themen

Entwurfserläuterung


Konglomerat als urbane Taktik

“Waren Sie beim Reparaturdienst von Herrn Reimer?” – “Ich dachte der wäre pensioniert?” – “Nein, er hat sich eine Gewerbeeinheit angemietet und verdient jetzt mit seinem Hobby Geld”…

Büro oder Startergewerbe im Mietwohnungsbau? Die Wohnung vergrößern, wenn die Großmutter einzieht? Eine Gemeinschaftsküche mit der Freundin einrichten, die nebenan ihre Wohnung hat? OFFSEA hat ein Patchworkhaus entworfen, das auf veränderte Lebenssituationen reagieren kann und als Mietwohnungsbau Veränderungen und Selbstausbau zulässt. Ein aktives Sockelgeschoss mit Wohn-, Gewerbe-, und Gemeinschaftseinrichtungen bereichert die Nachbarschaft. Darüber mischen sich verschiedene Wohnungstypen, Außenflächen, Gemeinschaftsflächen, ausbaufähige Möglichkeitsräume zu einem aktiven, verdichteten Wohngeflecht. Der Entwurf bringt fehlende Infrastrukturen in den Bestand und schafft urbanes Wohnen, dass aufgrund seiner Bauweise und seiner effizienten, anpassbaren Nutzung wirtschaftlich bleibt. Die Bewohner der bestehenden Siedlung erhalten ebenfalls eine Aufwertung ihrer Situation. Durch Aufstockungen und Brandwandbebauungen werden Aufzüge, Gewerbe- und Gemeinschaftseinrichtungen geschaffen.

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Das sagt das Beurteilungsgremium:

Die Arbeit setzt sich dezidiert mit dem Bestand auseinander: Mit einer Fülle von Einzelmaßnahmen und baulichen Modulen wird ein umfangreicher Katalog bereitgestellt, der den vielfältigen Bedürfnissen einer sich entwickelnden Wohnsiedlung unterstützend zur Seite steht. Die im Katalog enthaltenen Maßnahmen sind von minimalen Erweiterungen des Bestandes bis zum vollständigen Gebäude, dem Patchworkhaus, in allen erdenklichen Variationen miteinander kombinierbar. Das Konzept ergänzt den Bestand vor allem funktional um fehlende Angebote. So gelingt es, die Monostruktur des reinen Wohngebiets aufzubrechen.

Die Arbeit verfolgt einen stark partizipativen Ansatz. Kernstück des Entwurfs ist ein im weitesten Sinne als Gerüst für Entwicklungen begriffenes Bauwerk, das durch einen fortdauernden Entwicklungsprozess in permanenter Umformung begriffen ist. Formuliert wird die Vision intensiven, gemeinschaftlichen Wohnens und Lebens, die dem Einzelnen ein sehr hohes Maß an Flexibilität und stetiger Verhandlung abfordert.

Fazit: Die Verfasserinnen formulieren ihre Idee bewusst als Gegenkonzept zur starren Lebensform der klar umrissenen, mietbaren Wohnung. Sie möchten gegenseitige Bereicherung und lebendiges Miteinander fördern. Die Realisierung eines derart ambitionierten Wohnexperimentes könnte mit einer Gruppe von Interessierten – zum Beispiel im Rahmen einer Baugruppe – erfolgen, erscheint aber für Wohnungsbaugesellschaften kaum darstellbar. Zu vertiefen ist zudem die Frage der Wirtschaftlichkeit.

Entwurfdetails

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